Die USA, Russland, Frankreich und Großbritannien haben ihre Außenminister zu den Verhandlungen über das iranische Atomprogramm nach Genf geschickt. Aus dem US-Außenministerium hieß es, John Kerry werde in die Schweiz reisen, um die Annäherung voranzutreiben. Sein russischer Ministerkollege Sergej Lawrow ist seit Freitagabend dort, Frankreichs Außenminister Laurent Fabius wollte noch in der Nacht eintreffen. Der britische Außenminister William Hague kündigte auf Twitter an, am Samstag an den Verhandlungen teilzunehmen. 

Die Beteiligung der Minister an den Gesprächen galt als Hinweis darauf, dass man auf dem Weg zu einem Durchbruch sein könnte. Ein hochrangiger EU-Diplomat sagte, die Minister würden nur dann nach Genf kommen, wenn ein Abkommen unterschriftsreif sei. Kerry war allerdings bereits vor zwei Wochen zu Gesprächen mit dem Iran gereist, ohne dass es danach ein Ergebnis gegeben hatte.

Unterhändler hatten nun, am dritten Tag der Verhandlungen, von Fortschritten gesprochen und die Hoffnung geäußert, dass einer der Hauptstreitpunkte – die strittige Frage der Urananreicherung – geklärt werden würde. Demnach zeichnet sich ein Kompromiss bei der Frage ab, ob Irans Recht auf die Anreicherung von Uran international anerkannt wird. Während der Westen dies bisher ablehnte, machte Teheran es zu einer zentralen Forderung. Die Anreicherung von Uran kann einerseits zur Stromerzeugung, andererseits zum Bau von Atomwaffen genutzt werden. Der Westen verdächtigt den Iran, Nuklearwaffen zu entwickeln. Der Iran bestreitet dies.    

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif zeigte sich am Freitag optimistisch. "Wir haben erhebliche Fortschritte gemacht", sagte er. Bei einigen Streitpunkten habe man sich geeinigt, aber es gebe noch Differenzen. Diplomaten zufolge geht es dabei vor allem um die Zukunft des Schwerwasserreaktors Arak und die Frage, in welchem Ausmaß die Sanktionen gegen den Iran gelockert werden.

Die Unterhändler der 5+1 Gruppe (die sechs UN-Vetomächte plus Deutschland) haben vor dem Eintreffen der Außenminister versucht, den Iran zu Zugeständnissen bei seinem Atomprogramm zu bewegen. Im Gegenzug bietet der Westen Erleichterungen bei den Sanktionen an, wie die Freigabe eingefrorener Bankguthaben. Letztmals hatten die Parteien vom 7. bis 9. November miteinander verhandelt.