Nach dem vorläufigen Scheitern der Genfer Verhandlungen gehen die Bemühungen weiter, den Streit um das iranische Atomprogramm doch noch zu lösen. Der Generaldirektor der Atomenergieagentur ( IAEA ), Yukiya Amano, hofft ungeachtet der negativ verlaufenen jüngsten Gespräche auf Fortschritte bei seinem Besuch in Teheran : "Der Iran hat vergangenen Monat einen neuen Vorschlag unterbreitet, der praktische Maßnahmen zur Stärkung der Kooperation und des Dialogs enthält", sagte Amano in Wien . Die Gespräche zwischen der IAEA und dem Iran seien an einem "wichtigen Punkt".

Geplant ist, bei dem Treffen eine Abmachung zu unterzeichnen, die auch konkrete Aspekte der Zusammenarbeit wie die Inspektionen von Militäranlagen regeln soll. Der Iran zeigt sich mit Blick auf dieses Vorhaben vorab kooperationsbereit: "Wir werden zusammen mit dem IAEA-Chef den Fahrplan für eine neue Zusammenarbeit verabschieden, der ein Wendepunkt in der bilateralen Zusammenarbeit sein wird", sagte Irans Vizeaußenminister Abbas Araghchi der iranischen Nachrichtenagentur Fars.

Die Gespräche zwischen der IAEA und dem Iran finden getrennt von den Verhandlungen mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland statt. Trotz des vorläufigen Scheiterns sprach der russische Außenminister Sergej Lawrow davon, die Chancen für eine baldige Lösung seien "sehr, sehr hoch".  Er nannte das Treffen "sehr gehaltvoll". Das Problem könne "nur durch Verhandlungen" gelöst werden, sagte Lawrow, der am Samstag an den Verhandlungen teilgenommen hatte. Die Gespräche sollen am 20. November fortgesetzt werden.

Kerry weist israelische Kritik zurück

Unterdessen wies US-Außenminister John Kerry die israelische Kritik an den Genfer Verhandlungen zurück. "Ich glaube, wir können sehr gut einschätzen, ob wir im Interesse unseres Landes und der Welt und insbesondere unserer Verbündeten wie Israel und der Golfstaaten handeln", sagte Kerry dem US-Fernsehsender NBC. Die USA seien entschlossen, ein "gutes Abkommen" zu erreichen, sonst werde es gar kein Abkommen geben.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte mit Blick auf die intensiven Verhandlungen mit dem Iran wiederholt davor gewarnt, dass die 5+1-Gruppe in Genf dabei sei, ein "schlechtes Abkommen" abzuschließen. Zuvor hatte Netanjahu angekündigt, sein Land lasse sich nicht durch eine mögliche Vereinbarung der internationalen Gemeinschaft mit dem Iran binden.