Kurz vor Beginn der Weltklimakonferenz in Warschau hat der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan eindringlich vor einem Scheitern im Kampf gegen die Erderwärmung gewarnt. "Letztendlich geht es ums Überleben", sagte der Friedensnobelpreisträger der Süddeutschen Zeitung. "Ich weiß, dass viele daran zweifeln, aber der Klimawandel ist da, und kein Land, reich oder arm, kann den Folgen ausweichen."

Am Montag treffen sich in Warschau Vertreter von 195 Nationen, um ein neues Klimaabkommenvorzubereiten, das bis 2015 ausgehandelt sein soll. Die Erwartungen an die Konferenz sind nicht hoch. Annan warnte davor, sich allein auf die Politik zu verlassen. Die Rolle des Einzelnen werde oft unterschätzt. "Das Volk kann führen, wenn die politischen Anführer es nicht tun. Wenn wir es allein den Politikern überlassen, wird es nicht passieren."

Das bisherige Versagen der UN beim Bekämpfen des Klimawandels sei "größer, folgenreicher" als ihr Versagen bei den Massakern in Srebrenica oder Ruanda, sagte Annan. Allerdings sei der Klimawandel für die meisten Menschen kaum greifbar. "Wir brauchen dringend Umweltsteuern, um den Konsum zu drosseln", forderte er daher.

Auch brauche es eine grundsätzliche Reform der Vereinten Nationen, um diese effektiver zu machen.  Kleinere Staatengruppen könnten vieles blockieren, sagte Annan. "Der Sicherheitsrat ist das einzige Gremium, das Zähne hat, reflektiert aber immer noch die Welt des Jahres 1945."