Nach mehr als anderthalb Jahren politischer Instabilität haben die Bürger in Mali ein neues Parlament gewählt. Rund 6,5 Millionen Menschen waren aufgerufen, über die Vergabe der 147 Mandate im Parlament der Hauptstadt Bamako zu entscheiden, um die sich mehr als Tausend Kandidaten bewarben. Aus Sorge vor Anschlägen fand sie unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Die Stimmabgabe verlief überwiegend friedlich. An einzelnen Wahllokalen gab es Zwischenfälle. Vor der Wahl sollen im Norden des Landes bei Kämpfen zwischen den ethnischen Gruppen der Peul und der Tuareg 16 Menschen getötet worden sein.

Seit einem Militärputsch im März 2012 gibt es in Mali keine demokratisch legitimierte Regierung mehr. Die Abstimmung gilt als entscheidender Schritt des Landes zurück zur politischen Normalität nach dem Militärputsch im März 2012 und der darauffolgenden Besetzung von Nordmali durch Tuareg-Rebellen und islamistische Extremisten. Diese waren nach der französischen Militärintervention im Januar zurückgeschlagen worden. Im August gab es bereits eine Präsidentenwahl, die Ibrahim Boubacar Keïta gewonnen hatte.

Die Wahlbeteiligung war gering. Als einen Grund dafür nennt die Nachrichtenagentur AFP die unter Malis Politikern weit verbreitete Korruption. Hinzu kommen neue Gewaltausbrüche im Vorfeld der Abstimmung. Die Stadt Gao im umkämpften Norden des Landes wurde vergangene Woche mit Raketen angegriffen. In Bamako wurde ein Angehöriger der französischen Streitkräfte bei einem Angriff verletzt.

Die Europäische und die Afrikanische Union haben Wahlbeobachter entsandt. Ein Ergebnis soll spätestens fünf Tage nach der Wahl vorliegen. Für den 15. Dezember ist eine zweite Wahlrunde geplant.