US-Präsident Barack Obama hat offenbar den Geheimdienst NSA angewiesen, die Hauptquartiere von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) nicht mehr auszuspähen. Die Amerikaner hätten derzeit keine elektronischen Überwachungsmaßnahmen in den Zentralen beider Organisationen in Washington laufen, sagte ein mit der Angelegenheit vertrauter ranghoher US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Regierungsvertreter machte ausdrücklich keine Angaben darüber, ob die Geheimdienste in der Vergangenheit Weltbank und IWF ausspioniert hätten. Mit einer ähnlichen Sprachregelung hatte die US-Regierung jüngst auf Vorwürfe reagiert, wonach auch das Mobiltelefon von Bundeskanzlerin Angela Merkel ausspioniert worden sei.

Auch als US-Präsident Obama die Überwachung der Vereinten Nationen kürzlich einstellte, wurde eine ähnliche Sprachregelung verwendet. Der Umfang der mutmaßlichen Spähaktionen bei den UN wurde nie bestätigt. Allerdings war durch Medienberichte, die sich auf Dokumente von Edward Snowden stützten, bekannt geworden, dass die USA bei der UN spionieren.

Weder Weltbank noch IWF nahmen zu den Vorwürfen Stellung. Auch die NSA und der Koordinator der US-Geheimdienste waren nicht zu einer Stellungnahme bereit.

Zuvor hatte US-Außenminister John Kerry eine Kursänderung bei der Überwachung durch US-Geheimdienste angekündigt. "In einigen Fällen sind diese Aktionen zu weit gegangen und wir sind dabei zu versuchen sicherzustellen, dass es künftig nicht mehr passiert", sagte er. Gewisse Praktiken seien automatisch gelaufen und hohe Beamte der US-Regierung hätten nichts davon gewusst. "Der Präsident und ich haben von einigen Dingen erfahren, die in vielerlei Hinsicht per Autopilot geschehen sind, weil die Technologie und Fähigkeiten da sind."