Die Taliban in Pakistan haben nach der Tötung ihres Chefs Hakimullah Mehsud durch eine US-Drohne einen neuen Anführer gewählt. An ihrer Spitze werde künftig Mullah Maulana Fazlullah stehen, teilten die Islamisten nach Beratungen an einem geheim gehaltenen Ort im Nordwesten Pakistans mit.

Damit ist die Entscheidung auf einen Extremisten gefallen: Mullah Fazlullah hatte in den Jahren 2007 bis 2009 als skrupelloser Kommandeur im Swat-Tal geherrscht und eine besonders harte Form der Scharia durchgesetzt. Straftäter wurden öffentlich enthauptet, Schulen niedergebrannt. Es war auch Fazlullahs Gruppe, die vor einem Jahr der damals 14-jährigen Malala Yousafzai wegen ihres Widerstandes gegen die Taliban in den Kopf geschossen hatte.

Nach Mehsuds Tod hatte der oberste Rat der Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) zunächst dessen bisherigen Stellvertreter Khan Said Sajna als Nachfolger bestimmt. Der Beschluss wurde aber von einigen in der TTP nicht akzeptiert – möglicherweise, weil Sajna als vergleichsweise moderat gilt. 

Die Ankündigung von Fazlullahs Ernennung wurde in der Stadt Miranshah mit Freudenschüssen gefeiert. Die sogenannten Stammesgebiete entlang der Grenze zu Afghanistan werden zu großen Teilen von Taliban beherrscht und von den pakistanischen Sicherheitskräften nicht kontrolliert. Unbemannte US-Kampfdrohnen bekämpfen die Taliban mit ferngesteuerten Angriffen aus der Luft.