Die Türkei und der Iran sind Widersacher im Kampf um die regionale Vormachtstellung im Nahen Osten. In diesem Zusammenhang stellt der Syrien-Konflikt einen wichtigen Schauplatz dar: Während die Türkei die Rebellen unterstützt, hilft der Iran der Führung um Präsident Baschar al-Assad. Umso bemerkenswerter, dass die beiden Länder jetzt gemeinsam zu einer Waffenruhe im vom Bürgerkrieg geplagten Land aufgerufen haben.

Diese solle möglichst noch vor der für den 22. Januar in Genf geplanten Friedenskonferenz eintreten, erklärten die beiden Außenminister Mohammed Dschawad Sarif (Iran) und Ahmet Davutoglu (Türkei) in Teheran. "All unsere Bemühungen gehen dahin, den Konflikt zu beenden und eine Waffenruhe zu erreichen, wenn möglich noch vor der Genf-2-Konferenz", sagte Sarif auf einer Pressekonferenz mit seinem türkischen Kollegen.

Bei der Friedenskonferenz in Genf sollen die Bürgerkriegsparteien an einen Tisch gebracht werden, um eine politische Lösung für den Bürgerkrieg zu finden, in dem seit Beginn des Aufstands im März 2011 laut Menschenrechtsgruppen mehr als 120.000 Menschen getötet wurden. Entscheidend wird dabei die Zukunft von Baschar al-Assad sein: Während die syrische Regierung einen Amtsverzicht bisher kategorisch ablehnt, besteht das Oppositionsbündnis Syrische Nationale Koalition auf einem Rücktritt des Präsidenten.