Die ukrainische Opposition will die Regierung zurück auf einen pro-europäischen Kurs zwingen. Nach Massenkundgebungen am Sonntag belagerten am Montag knapp tausend Menschen das Regierungsgebäude. Die Polizei setzte Tränengas und Schlagstöcke gegen die Demonstranten ein. 

Die Protestierenden folgten dem Aufruf der Opposition, gegen die Abkehr der Ukraine von der Europäischen Union zu demonstrieren. Am Sonntag waren bereits Zehntausende gegen den Kurs von Präsident Viktor Janukowitsch auf die Straße gegangen – es waren die größten Anti-Regierungsproteste seit der Orangenen Revolution vor neun Jahren. Es kam zu Ausschreitungen. Ministerpräsident Mykola Assarow warnte, die Regierung werde nicht wie 2004 tatenlos zusehen, sollte gegen Gesetze verstoßen werden.

Dessen ungeachtet riefen Oppositionsführer für Montagabend zu einer neuen Massenkundgebung in Kiew auf. "Wir werden so lange weiter demonstrieren, bis das Abkommen unterzeichnet ist", sagte der Chef der oppositionellen Udar-Partei, Boxweltmeister Vitali Klitschko.

Unterstützung erhielten die Demonstranten aus Brüssel: Das Angebot an die Ukraine, das bereits ausgehandelte Partnerschafts- und Handelsabkommen zu unterzeichnen, sei noch auf dem Tisch, teilten EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso mit. Sie sagten der Regierung mehr Offenheit und mehr Unterstützung zu, wenn sie wieder verhandeln wolle.

Die Regierung in Kiew hatte das Abkommen am Donnerstag auf das Betreiben Russlands hin per Dekret gestoppt – nur eine Woche vor der geplanten Unterzeichnung. Russland hatte gedroht, seine Handelsbeziehungen mit der Ukraine zu beschränken, sollte sich die Ukraine dem Westen zuwenden. Die EU kritisierte die russische Einflussnahme.