UN-Generalsekretär Ban Ki Moon geht in der Syrienpolitik auf Konfrontation zu den USA . Entgegen der Haltung der US-Regierung forderte Ban, der Iran solle an der geplanten Syrien-Friedenskonferenz teilnehmen. Das Land sei "eine wichtige Regionalmacht", seine Beteiligung daher "logisch, praktisch und realistisch", sagte er.

Der Iran ist einer der wichtigsten Verbündeten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad . Die USA sind allerdings strikt gegen eine Teilnahme von Vertretern der iranischen Regierung an dem Treffen, das am 22. Januar im schweizerischen Montreux beginnen soll. Auf der Teilnehmerliste, die der Syrien-Sondergesandte Lakhdar Brahimi vergangene Woche präsentiert hatte, fehlte der Iran.

Ban kündigte an, dass die förmlichen Einladungen zur Syrien-Konferenz noch im Dezember versandt würden. Mit Blick auf die Haltung der USA zur möglichen Teilnahme des Iran sagte er: "Wir arbeiten jeden Tag daran, das Problem schnellstmöglich zu lösen."

Ban forderte zudem die syrischen Kriegsparteien auf, Gefangene freizulassen, Belagerungen zu beenden und humanitäre Helfer gewähren zu lassen. Die syrische Opposition drohte jedoch, die Friedenskonferenz zu boykottieren, falls Regierungstruppen ihre Luftangriffe auf Aleppo nicht einstellen sollten.

Die Angriffe der syrischen Luftwaffe mit Fassbomben voll TNT-Sprengstoff auf von Rebellen gehaltene Wohnviertel verurteilten sowohl Ban als auch die US-Regierung. Nach Angaben der oppositionsnahen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden in den letzten acht Tagen mehr als 330 Menschen bei Luftangriffen auf Aleppo getötet, darunter etwa 100 Kinder.

"Der Krieg nimmt kein Ende"

Die Unicef-Schirmherrin Daniela Schadt sagte der Passauer Neuen Presse , dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land drohe eine verlorene Generation. Viele Schulen in Syrien seien zerstört, etwa drei Millionen Kinder gingen nicht zur Schule. Der Krieg und seine Folgen bedrohten inzwischen mehr als 5,5 Millionen Kinder, sagte die Lebensgefährtin von Bundespräsident Joachim Gauck. "Der Krieg nimmt kein Ende. Die Brutalität ist unfassbar." 

Der Syrien-Konflikt hatte vor knapp drei Jahren mit einer Welle friedlicher Proteste gegen Assads Regierung begonnen, die in einen Bürgerkrieg eskalierten. Seitdem sind mehr als 120.000 Menschen in den Kämpfen getötet worden. Die Opposition ist in eine Vielzahl rivalisierender Fraktionen zersplittert , darunter auch radikalislamische Milizen.