In der Demokratischen Republik Kongo sind bei Schießereien mindestens 103 Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien 95 Aufständische, die den staatlichen Rundfunk RTNC und den Flughafen in der Hauptstadt Kinshasa angegriffen hatten, sowie acht Angehörige der Armee, teilte die Regierung mit. Die öffentliche Ordnung sei wieder hergestellt worden.

Die beiden strategisch wichtigen Ziele in Kinshasa waren am gestrigen Montag gleichzeitig überfallen worden. Die Angreifer waren nach Polizeiangaben mit Gewehren und Macheten bewaffnet, sechs von ihnen wurden festgenommen. Die Regierung vermutete zunächst einen Putschversuch. Auch aus den Städten Lubumbashi und Kindu wurden Gefechte gemeldet.

Am Dienstag teilte ein Regierungssprecher mit, die Angreifer seien Anhänger des christlichen Predigers Paul Joseph Mukungubila, der sich 2006 erfolglos um die Präsidentschaft des Landes beworben hatte. Er fühlt sich Berichten zufolge als Prophet mit der Mission, die Amtszeit von Präsident Joseph Kabila zu beenden.

Bereits am Montag 70 Tote

Die kongolesische Regierung lässt nach eigenen Angaben nach Mukungubila suchen. Ein Anhänger des religiösen Führers sagte, Regierungssoldaten machten Jagd auf den Prediger und dessen Unterstützer.

Bereits am Montag waren bei Schießereien in mehreren Städten der Demokratischen Republik Kongo nach Regierungsangaben mehr als 70 Angreifer getötet worden. Vor allem im Osten des Landes gibt es seit Jahren gewalttätige Auseinandersetzungen. Die Hauptstadt Kinshasa, in der etwa neun Millionen Menschen leben, galt hingegen als sicher. Die knapp 20.000 Blauhelmsoldaten der UN-Mission MONUSCO wurden aufgrund der neuen Auseinandersetzungen in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.