Liebe Freunde,  

Am 12. November habe ich mich an den Präsidenten Russlands mit einem Gnadengesuch aufgrund von Familienangelegenheiten gewandt und eine positive Entscheidung bekommen.

Es ging dabei nicht um die Anerkennung von Schuld.

Ich möchte allen danken, die sich in all diesen Jahren um den Fall Jukos gekümmert haben, für die Unterstützung, die sie mir haben zukommen lassen, meiner Familie und allen, die ungerechterweise verurteilt worden sind und immer noch verfolgt werden. Ich warte sehr auf den Moment, in dem ich meine Lieben umarmen kann und allen meinen Freunden und Kollegen die Hand schütteln kann.

Ich denke ständig an all diejenigen, die noch im Gefängnis sind.

Ich danke ganz besonders Herrn Hans-Dietrich Genscher dafür, dass er sich persönlich für mein Schicksal eingesetzt hat. Vor allem bin ich meinen Eltern sehr verpflichtet, meiner Frau, meinen Kindern, und ich kann ein Wiedersehen mit ihnen kaum erwarten.  

Ich hoffe auf die Möglichkeit, die Feiertage im Kreis der Familie zu verbringen. Ich wünsche allen ein glückliches Weihnachten und ein Frohes Neues Jahr.

Michail Chodorkowski

Diese Erklärung ließ Chodorkowski über seinen Pressesekretär Kulle Pispanen bekanntmachen.