So präsentiert der Veteran Amos Golan seine Erfindung, die ihn reich gemacht hat: "Cornershot" nennt er ein System, mit der man um Häuserecken schießen kann. Seine Technik funktioniert mit Pistolen ebenso wie mit dem M16-Sturmgewehr. Per Mini-Bildschirm mit Fadenkreuz kann der Schütze sein Ziel anvisieren und bleibt für den Gegner fast unsichtbar. Bei einem Test zieht Golan eine Handspielpuppe über den Lauf – das verwirre den Gegner und bringe wertvolle Sekunden, die reichen, um den Feind auszuschalten. Die "verrückte Idee" für sein System sei ihm bei der Armee gekommen, sagt Golan. Wie die meisten Manager in der israelischen Rüstungsindustrie war auch er Soldat. Als Offizier führte er eine Eliteeinheit in die Palästinensergebiete. Sein "Cornershot" ist kampferprobt, wie die anderen Exportschlager der israelischen Rüstungsindustrie auch.

Bemerkenswert an The Lab ist, wie offen die Gesprächspartner mit dem Regisseur über ihr Geschäft reden. Feldmans Film gibt tiefe Einblicke, ohne ein Urteil zu fällen oder ideologisch überladen zu sein. In Deutschland läuft The Lab nur auf Filmfesten und bei Sondervorführungen – einen Verleih hat er nicht gefunden. Dabei ist Feldmans Einblick in eine verschlossene Branche einzigartig. Einen Waffenhändler darf er sogar zu einer Reise nach Brasilien begleiten. Dort nutzen Polizeieinheiten in Israel hergestellte Rüstungsgüter und Mitglieder von Spezialeinheiten werden von israelischen Ausbildern trainiert. Was gebe es gegen den Export von Sicherheit einzuwenden, sagt der Waffenhändler. 

Ausländische Militärs zu Besuch

Nicht nur Südamerika zählt zu den Abnehmern von israelischer Rüstungstechnologie, auch in Afrika finden die Waffenbauer zahlreiche Kunden. Israelische Rüstungstechnik, Trainer und Waffenhändler seien in mehreren afrikanischen Krisenregionen entdeckt worden, stellt das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri in einer Studie Ende 2011 fest.

Israels Armee gilt nicht nur als kampferprobt, sondern auch als bestens ausgebildet. Immer wieder besuchen ausländische Militärdelegationen das kleine Land im Nahen Osten um zu lernen. Der ehemalige General Yoav Galant besucht mit Feldman die Grenze zur Westbank. Er spricht von Heuchelei der Europäer. Diese kritisierten Israel immer wieder für seine Kriegsführung in den Palästinensergebieten, wollten dann aber davon profitieren, berichtet Galant. Sie wollen wissen, warum die Israelis so wenige Soldaten verlieren und wie sie "Blut in Geld" verwandeln. Yoav Galant, ehemaliger Kommandeur der israelischen Streitkräfte im Süden, antwortet dann: Präzise Waffen, präzise Geheimdienstarbeit und ein gezielter Einsatz der Bodentruppen seien nötig, um Leben zu retten.