Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen haben "ernsthafte Bedenken" gegenüber den Drohnenangriffen der USA im Jemen geäußert. Konkret geht es um einen US-Angriff vom 12. Dezember in der Provinz Al-Baida, bei dem 16 Zivilisten getötet und mindesten zehn weitere verletzt wurden. Die Opfer waren in Konvois von zwei Hochzeitsgesellschaften mitgefahren und wurden irrtümlich für Mitglieder des Terrornetzwerks Al-Kaida gehalten.

Der UN-Sonderberichterstatter für außergerichtliche und willkürliche Hinrichtungen, Christof Heyns, kritisierte den Vorfall scharf. Der Jemen könne nicht akzeptieren, dass auf seinem Staatsgebiet "das Recht auf Leben" verletzt werde, sagte Heyns. Auch der UN-Sonderberichterstatter zu Folter, Juan Méndez, zeigte sich besorgt. Die beteiligten Staaten seien verpflichtet, den Vorfall aufzuklären.

Heyns forderte die Regierungen der USA und des Jemen auf, offenzulegen, wer für den Angriff verantwortlich war und welche Standards zur Zielbestimmung verwendet wurden. Außerdem müsse geklärt werden, wie viele Opfer es genau gab und ob deren Familien entschädigt würden.   

Drei Tage nach dem Angriff auf die Hochzeitsgesellschaften hatte Jemens Parlament den USA Drohnenangriffe auf dem eigenen Staatsgebiet verboten. Ob der Beschluss de facto etwas ändert ist fraglich, denn nach Einschätzung von jemenitischen Politikern ist der Vorstoß weder für die USA noch für Jemens Regierung bindend.

Die USA setzen im Jemen seit Jahren Drohnen gegen Angehörige von Al-Kaida und örtliche Ableger des Terrornetzwerks ein. Allein dieses Jahr wurden schon Dutzende mutmaßliche Extremisten getötet. Die Angriffe der unbemannten Flugkörper sind höchst umstritten, weil dabei immer wieder unbeteiligte Zivilisten zu Tode kommen.