Bei einem Angriff auf das jemenitische Verteidigungsministerium sind mindestens 52 Menschen getötet worden.  Unter den Toten sind auch zwei deutsche und ein einheimischer Mitarbeiter der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), gab Außenminister Guido Westerwelle (FDP) bekannt. Bei den GIZ-Mitarbeitern handelt es sich um Männer. Zunächst hatte es Gerüchte geben, dass eine deutsche Frau ums Leben gekommen sei.

Jemens Regierung berichtet von 167 Verletzten. Am frühen Morgen hatte ein Selbstmordattentäter einen mit Sprengstoff beladenen Wagen am Verteidigungsministerium in Jemens Hauptstadt Sanaa in die Luft gesprengt. Anschließend eröffneten weitere Angreifer das Feuer, offenbar wollten sie das Ministerium stürmen.

Das Verteidigungsministerium bestätigte den Angriff und erklärte, die "meisten" Angreifer seien getötet worden. Unter den Toten seien auch zahlreiche Soldaten, Angestellte eines Militärkrankenhauses auf dem Gelände sowie Zivilisten. Die Angreifer waren nach Angaben aus Militärkreisen mit Sturmgewehren, Handgranaten und Panzerfäusten ausgerüstet und trugen jemenitische Armeeuniformen. Für die Tat übernahm zunächst niemand die Verantwortung.

Al-Kaida-Terroristen hatten in den vergangenen Jahren mehrfach vergeblich versucht, Verteidigungsminister Mohammed Nasser Ahmed zu töten. Der Minister hielt sich am Donnerstag zu einem Besuch in den USA auf. Sein Ministerium arbeitet im Kampf gegen die Terrorgruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel ( Aqap ) mit den USA zusammen. Die US-Armee hatte im Jemen in den vergangenen Jahren mehrfach mutmaßliche Al-Kaida-Terroristen mit Kampfdrohnen getötet.

Die jemenitische Übergangsregierung kämpft gegen Separatisten, Al-Kaida-Islamisten und Rebellen im Norden des Landes. In den vergangenen Monaten haben Angriffe auf Polizei und Armee zugenommen, vor allem im Süden und Osten. Die Behörden machen in der Regel die Aqap dafür verantwortlich. Westliche Geheimdienste halten sie derzeit für einen der gefährlichsten Ableger des Terrornetzes weltweit. Im Oktober war ein deutscher Botschaftsmitarbeiter bei einem Entführungsversuch durch islamistische Terroristen getötet worden.