Die beiden in Straflagern inhaftierten Musikerinnen der Punkband Pussy Riot fallen unter die vom russischen Parlament beschlossene Massenamnestie. Das teilte Präsident Wladimir Putin mit. Damit steht der Freilassung von Nadeschda Tolokonnikowa und Marija Aljochina nichts mehr im Wege.

Die Staatsduma hatte die Amnestie am Mittwoch beschlossen. Allerdings hat der Strafvollzug sechs Monate Zeit, den Gnadenakt auch tatsächlich umzusetzen. Die beiden Frauen müssten mehrere Dokumente vorlegen, um in Freiheit zu kommen – zum Beispiel einen Nachweis, dass sie das Erziehungsrecht für ihre minderjährigen Kinder haben.

Tolokonnikowa und Aljochina waren im vergangenen Jahr nach einem Anti-Putin-Protest in einer Kirche wegen Rowdytums verurteilt worden. Das Vorgehen der Justiz hatte weltweit Kritik ausgelöst. Ihre Strafe würde offiziell spätestens im März enden.

Dass die beiden Frauen freikommen sollen, werten Beobachter als Zugeständnis des Kremls an den Westen vor den Olympischen Winterspielen, die am 7. Februar in Sotschi eröffnet werden.

Die Angehörigen hoffen nun auf eine Freilassung noch in dieser Woche. "Sie können theoretisch noch heute herauskommen", sagte die Anwältin der Musikerinnen, Irina Chrunowa. Die Angehörigen der inhaftierten seien bereits zu den jeweiligen Straflagern gereist, um die Frauen zu begrüßen.