Russland hat bei der Welthandelsorganisation (WTO) Beschwerde gegen eine Importsteuer der Europäischen Union eingelegt. Die EU-Vertretung bei der WTO sei am Montag darüber informiert worden, teilte das russische Wirtschaftsministerium mit. Sollten erste Konsultationen nicht binnen 60 Tagen zu einer gütlichen Einigung führen, könnte ein Expertengremium zur Klärung eingesetzt werden.

Die umstrittene EU-Importsteuer betrifft mehrere russische Unternehmen, unter anderem aus der Metall- und Düngemittelindustrie. Sie soll die niedrigen Energiekosten für russische Firmen ausgleichen. Nach russischen Regierungsangaben kostet die Steuer die Unternehmen "Hunderte Millionen Dollar pro Jahr".

Es handelt sich um Russlands erste offizielle Beschwerde bei der WTO seit seinem Beitritt im August 2012. Der Prozess könnte nach Angaben des Wirtschaftsministeriums "nach den Feiertagen" beginnen. Die Weihnachtsfeierlichkeiten dauern in Russland bis zum 8. Januar.

Im Juli hatte die EU ihrerseits bei der WTO ein Verfahren wegen einer russischen Einfuhrsteuer eingeleitet. Die EU-Kommission sah in der Steuer zum Recycling von Autos ein Exporthindernis. Die Abgaben auf nach Russland gelieferte Autos und andere Fahrzeuge dienen nach russischer Darstellung dem Recycling der Wagen. Die EU hält diese Begründung für vorgeschoben.