Altkanzler Helmut Schmidt hat bei einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin die Politik der europäischen Staatenlenker kritisiert. Das EU-Parlament und die EU-Kommission arbeiteten nicht sehr gut, und auch die Arbeit der nationalen Regierungen lasse zu wünschen übrig, wurde Schmidt vom Kreml zitiert.

Der 94-Jährige sprach demnach von einer "Krise der Institutionen". Seit dem Zweiten Weltkrieg hätten nur der Brite Winston Churchill und der Franzose Charles de Gaulle herausgeragt. Die Qualität europäischer Staats- und Regierungschefs sei immer weiter gesunken, habe der SPD-Politiker bei seinem "Abschiedsbesuch" in Russland gesagt.

Putin nahm seine europäischen Kollegen in Schutz. "Die Situation in der Weltwirtschaft ist schwierig", sagte der russische Präsident bei dem Treffen am Vorabend in seiner Residenz bei Moskau. Große soziale Herausforderungen bereiteten Probleme bei der Krisenlösung.

Putin lobt Schmidt als Patriarchen

Der 61-jährige Putin lobte Schmidt als "Patriarchen nicht nur der europäischen, sondern auch der Weltpolitik". Der Altkanzler habe einen gewaltigen Beitrag zu der Entwicklung der deutsch-russischen Beziehungen geleistet, sagte Putin.