In dem unruhigen südsudanesischen Bundesstaat Jonglei sind drei indische Blauhelm-Soldaten getötet worden. Der indische Botschafter bei der UN, Asoke Mukerji, sagte in New York, Milizen hätten die Soldaten gezielt getötet. Das UN-Lager in Akobo war zuvor von Angehörigen des Stammes der Lou Nuer angegriffen worden. Daraufhin verloren die Vereinten Nationen den Kontakt zu ihrem Stützpunkt.

Die drei Blauhelme galten unmittelbar nach dem Angriff als vermisst. Die übrigen 40 der dort stationierten 43 Soldaten seien in ein Camp der südsudanesischen Armee gebracht worden, hieß es. In dem UN-Lager in Akobo hatten zuvor mehr als 30 Angehörige der Dinka Zuflucht gesucht.

Laut dem UN-Sprecher gebe es zudem unbestätigte Berichte, denen zufolge in der Hauptstadt Juba mehrere Studenten von Sicherheitskräften getötet worden seien. Hunderte junge Menschen suchten demnach am gestrigen Mittwoch in der Universität Zuflucht und baten die UN-Truppen um Schutz. Unmiss hatte bereits zuvor mitgeteilt, zehntausende Zivilisten seien vor den Kämpfen im Südsudan auf UN-Stützpunkte in mehreren Bundesstaaten geflohen, allein in Juba bis zu 20.000 Menschen.

Bei Kämpfen zwischen rivalisierenden Fraktionen der Armee wurden im Südsudan seit Sonntag Hunderte Menschen getötet. Präsident Salva Kiir wirft seinem langjährigen Rivalen Riek Machar, den er im Juli als Vizepräsidenten entlassen hatte, einen Putschversuch vor. Machar weist den Vorwurf zurück. Dennoch erklärte sich Kiir zu Gesprächen mit Machar bereit. Die Kämpfe hielten aber weiter an. Daraufhin rief Machar die Armee offen zum Putsch gegen Kiir auf.

Nach den USA haben inzwischen auch Deutschland und Großbritannien damit begonnen, im Land befindliche Bürger in Sicherheit zu bringen. Am heutigen Donnerstag flogen eine Transall-Transportmaschine mit 93 Plätzen aus dem westafrikanischen Mali und ein kleines Passagierflugzeug des Typs Global 5000 mit 13 Plätzen aus Deutschland nach Entebbe in Uganda. Die Transall soll rund 100 Deutsche im Südsudan abholen.