Nach Ansicht der Vereinten Nationen mehren sich die Hinweise, dass die syrische Regimeführung für Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie Kriegsverbrechen verantwortlich sein könnte. Das umfasse auch Präsident Baschar al-Assad, sagte UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay.

Ein UN-Ausschuss hat Pillays Angaben zufolge den Bürgerkrieg untersucht und in einem Bericht deutlich sichtbare Hinweise zusammengetragen ("masssive evidence"). Die Liste mit den konkret Verdächtigen bleibe allerdings so lange unter Verschluss, bis sie von internationalen oder nationalen Behörden angefordert werde.

Über die mögliche Verantwortung der bewaffneten Opposition sagte Pillay nichts. Bisher hatten sich Regime und die Bewaffneten der Opposition gegenseitig Kriegsverbrechen vorgeworfen. Auch die Angriffe mit Giftgas im August legten die UN bisher nicht eindeutig Assads Militär zur Last. 

Syrische Regierung weist Vorwürfe zurück

Syrien wies die Vorwürfe zurück. Pillay erzähle "schon seit langem eine Menge Unsinn, und wir hören ihr nicht mehr zu", sagte der stellvertretende syrische Außenminister Faisal Mekdad.

Lediglich die USA sagten bisher, sie seien aufgrund von Geheimdienstinformationen überzeugt, dass Assads Truppen die geächteten Kampfstoffe einsetzten. Mittlerweile hat Syrien die chemischen Waffen unter internationale Kontrolle gestellt.

Für eine reibungslose Vernichtung der Chemiewaffen forderte Syrien Geld und gepanzerte Fahrzeuge. Ohne diese Hilfe sei es schwierig wenn nicht sogar unmöglich, die Kampfstoffe außer Landes zu bringen und zu zerstören, sagte Mekdad bei einem Treffen mit der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW).

Das gesamte Waffenarsenal soll bis Mitte 2014 zerstört sein. Die USA kündigten an, sich daran zu beteiligen, auch private Unternehmen könnten eingebunden werden. Die Kampfstoffe sollen auf See vernichtet werden. Es ist das erste Mal, dass die OPCW mitten in einem Bürgerkrieg tätig wird.