Der Zeitplan für den Abtransport von Vorläuferstoffen für Syriens Chemiewaffen ist in Verzug geraten. Syrien werde eine für den 31. Dezember gesetzte Zwischenfrist in dem Programm zur Vernichtung seiner Chemiewaffen "wahrscheinlich nicht" einhalten können, erklärten die Vereinten Nationen in New York.

Die UN stellte forderte die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad aber auf, ihre "Anstrengungen" zur Einhaltung der eingegangenen Verpflichtungen zu "verstärken". Das Chemiewaffen-Arsenal muss laut Resolution des UN-Sicherheitsrates vom September bis Mitte 2014 vollständig vernichtet sein. Die gefährlichsten Kampfstoffe sollten allerdings bereits bis Januar außer Landes gebracht und bis spätestens April zerstört werden. Zu den Stoffen gehören Senfgas, Sarin und das Nervengas VX. Dennoch stellte die UN "wichtige Fortschritte" bei der Vernichtung der syrischen Chemiewaffen fest.

Der Plan der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) sieht vor, die syrischen Giftgasbestände in Lastwagen zu dem syrischen Mittelmeerhafen Latakia zu bringen. Dort sollen die Waffen dann von zwei Frachtschiffen aufgenommen werden, die sie in einen italienischen Hafen transportieren sollen. In dem Hafen sollen die Kampfstoffe auf das Spezialschiff "MV Cape Ray" der US-Marine umgeladen werden. Auf dem Schiff sollen die gefährlichen Stoffe in ihre Bestandteile gespalten werden.

Mehrere Staaten an Vernichtung beteiligt

Neben dem Spezialschiff stellen die USA 3.000 Container für die Chemikalien zur Verfügung. Russland soll gepanzerte Lastwagen für den Transport sowie Kriegsschiffe für die Sicherung der Operation stellen. Überwachungskameras und Krankenwagen für die Aktion kommen aus China. Während Japan die Operation mit mehr als zehn Millionen Euro unterstützt, will Finnland Spezialisten für Dekontamination stellen.

Unterdessen geht der Bürgerkrieg in Syrien weiter. Regierungstruppen haben am Samstag sogenannte "Fassbomben" aus Helikoptern auf einen Markt und ein Krankenhaus in der nördlichen Metropole Aleppo abgeworfen. Dabei wurden mindestens 25 Menschen getötet.