UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den Einsatz von Chemiewaffen in Syrien verurteilt und gefordert, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. "Die internationale Gemeinschaft hat die moralische und politische Verantwortung, die Verantwortlichen zu bestrafen, um weitere Vorfälle zu verhindern und dafür zu sorgen, dass Chemiewaffen nie wieder ein Mittel zur Kriegsführung werden", sagte Ban vor der UN-Vollversammlung. Es müsse sichergestellt werden, dass Chemiewaffen nie wieder als Mittel des Krieges eingesetzt werden.

Ban bezeichnete den Einsatz von Chemiewaffen als "Beleidigung der universellen Werte der Menschheit". Er appellierte an die sechs Staaten, die noch nicht der Konvention zum Verbot von Chemiewaffen beigetreten sind, dies nachzuholen. Vier Staaten – Angola, Nordkorea, Ägypten und Südsudan – haben die Konvention noch nicht unterzeichnet. Israel und Myanmar haben sie zwar unterschrieben, aber noch nicht ratifiziert. Syrien ist im Zuge der internationalen Vereinbarung über die Zerstörung seiner Chemiewaffen der Konvention beigetreten.

UN-Inspektoren, die den mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz in Syrien untersucht hatten, hatten am Donnerstag ihren Abschlussbericht vorgelegt . Daraus geht hervor, dass im syrischen Bürgerkrieg in diesem Jahr womöglich an mindestens fünf Orten Chemiewaffen zum Einsatz gekommen sind. Demnach gab es neben dem bestätigten Giftgasangriff in Ghuta nahe der Hauptstadt Damaskus am 21. August vier weitere Attacken mit den international geächteten Waffen.

Ob die Regierung von Präsident al-Assad oder die Rebellen für die mutmaßlichen Angriffe verantwortlich sind, blieb aufgrund des begrenzten Mandats der Inspektoren unerwähnt. Das Oppositionsbündnis Syrische Nationalkoalition machte das Regime von Assad verantwortlich. Der Bericht stärke die Entschlossenheit der Weltgemeinschaft, die syrische Regierung zur Verantwortung zu ziehen, hieß es.

Die USA und Russland haben sich inzwischen mit der syrischen Regierung verständigt, dass deren Chemiewaffenarsenale bis Mitte kommenden Jahres vernichtet werden sollen. Die Sicherung der waffenfähigen Chemikalien ist derzeit noch im Gange.