In Thailand sollen am 2. Februar Neuwahlen stattfinden. Das teilte Regierungssprecher Teerat Ratanasevi mit. Die Entscheidung sei bei einer Kabinettssitzung getroffen worden. Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra hatte wenige Stunden zuvor das Parlament aufgelöst und angekündigt, dass sie Neuwahlen nicht im Weg stehe. Ihr Kabinett bleibe vorübergehend im Amt, hatte sie in einer Fernsehansprache gesagt.    

Oppositionsführer Suthep Thaugsuban lehnte das Angebot nach Informationen von Tagesschau.de umgehend ab. Es gelte als sicher, dass die aktuelle Regierung bei Neuwahlen bestätigt werden würde, sagte er. Die Proteste würden weitergehen. Thaworn Senneam, einer der Protestführer, sagte: "Das ist nicht genug. Wir akzeptieren nicht, dass sie als Übergangsregierung im Amt bleiben." 

Oppositionsführer Suthep hatte den heutigen Montag zum "Tag der Entscheidung" ausgerufen. 150.000 Regierungsgegner zogen am Vormittag Richtung Regierungssitz. 

Am Sonntag hatte die größte Oppositionspartei ihre Abgeordneten aus dem Parlament abgezogen und damit die politische Krise in Thailand verschärft. Suthep Thaugsuban fordert, dass ein "Volksrat" die Regierung ersetzt. Regierungschefin Yingluck lehnte diesen Vorschlag aber als undemokratisch und nicht mit der Verfassung vereinbar ab. "Ich bin bereit, zurückzutreten und das Parlament aufzulösen, wenn es das ist, was die Mehrheit der Thailänder will", sagte sie in einer im Fernsehen übertragenen Erklärung.

Seit das Militär 2006 Yinglucks Bruder Thaksin aus dem Amt des Ministerpräsidenten putschte, kommt es immer wieder zu Unruhen. Im Kern stehen sich in dem Konflikt die thailändische Elite und das Bürgertum und Thaksins Machtbasis auf dem Land gegenüber. Da diese einen großen Teil der Bevölkerung stellt, gilt es als wahrscheinlich, dass Yingluck bei einer Neuwahl wieder als Siegerin hervorgeht. Eine Rückkehr ihres Bruders hat Shinawatra inzwischen ausgeschlossen und gesagt, ihre Familie "werde nicht an der Macht festhalten".

Seit Anfang Dezember wurden fünf Menschen bei gewaltsamen Zusammenstößen getötet und mindestens 289 verletzt. Die jüngsten Auseinandersetzungen begannen im November, als die Regierungspartei eine Amnestie im Parlament durchsetzen wollte. Kritiker erklärten, damit sollte Thaksin eine Rückkehr nach Thailand ermöglicht werden. Obwohl das Amnestiegesetz im Parlament scheiterte, war dies der Funke, an dem sich die schon seit Wochen schwelende Kritik an der Regierung entzündete. Zehntausende Oppositionsanhänger demonstrieren seither.