In Kiew bereiten sich die pro-westliche Opposition wie auch die Anhänger der russlandfreundlichen Regierung auf neue Massendemonstrationen vor. Der oppositionelle Boxweltmeister Klitschko kündigte wie schon vergangenes Wochenende einen "Marsch der Millionen" gegen Präsident Janukowitsch an. Auch die Anhänger des Präsidenten wollen ein weiteres Mal demonstrieren. Hunderttausende Menschen aus der gesamten Ex-Sowjetrepublik werden zu den Demonstrationen in der ukrainischen Hauptstadt erwartet.

Auch am Samstag hatten Zehntausende Menschen in Kiew für und gegen die ukrainische Regierung demonstriert. Die Kundgebungen waren zunächst im Abstand von wenigen Hundert Metern geplant, doch die Regierungsanhänger verlegten ihre Demonstration kurzfristig in einen Park. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.  

Am Samstag Abend hatten Zehntausende Regierungsgegner um Boxweltmeister Vitali Klitschko bei einem Konzert der beliebten Rockband Okean Elsy auf dem zentralen Unabhängigkeitsplatz Maidan gefeiert. Die Opposition hält den Maidan seit mehr als drei Wochen besetzt. Damit protestiert sie dagegen, dass Präsident Viktor Janukowitsch ein Abkommen mit der EU auf Druck Russlands verweigert hatte. Inzwischen hat Janukowitsch jedoch erklärt, das Abkommen doch unterzeichnen zu wollen. Ein runder Tisch zwischen Janukowitsch und Oppositionsführer Klitschko war ergebnislos verlaufen.

Auch der republikanische US-Senator John McCain war im Publikum auf dem Maidan. Zuvor hatte er sich mit dem Außenminister Leonid Koschara sowie mit Klitschko und anderen Oppositionsführern getroffen. Dabei forderte Klitschko nach Angaben seiner Partei Udar (Schlag) die USA zu Sanktionen gegen die Führung in Kiew auf. "Wir brauchen Druck auf die Regierung", sagte Klitschko.