Nach stundenlanger Konfrontation mit Demonstranten in Kiew hat sich die ukrainische Polizei am Mittwochvormittag teilweise zurückgezogen. Umringt von zahlreichen Protestierenden fuhren Beamte der Sondereinheit Berkut in ihren Polizeiwagen vom zentralen Maidan.

Die Demonstranten jubelten. An dem von Regierungsgegnern besetzten Bürgermeisteramt in Kiew stiegen Uniformierte wieder in ihre Busse. Oppositionspolitiker Arseni Jazenjuk sprach von einem großen Sieg. 

Es werde keine Gewalt gegen friedliche Demonstranten geben, sagte Regierungschef Nikolai Asarow am Mittwoch. Die Polizei habe lediglich Wege von Barrikaden freigeräumt.   

Innenminister Witali Sacharatschenko sagte einer Mitteilung zufolge, die Polizei habe nicht die Absicht, den von Demonstranten besetzten Unabhängigkeitsplatz zu räumen. "Ich möchte, dass jeder Ruhe bewahrt", sagte der Minister am Mittwoch an die Adresse der Demonstranten. "Es wird keine Erstürmung des Platzes geben. Niemand wird ihr Recht auf friedliche Proteste verletzen."

Auf den Unabhängigkeitsplatz waren in der Nacht Spezialeinheiten vorgerückt, Barrikaden wurden entfernt und Zelte abgerissen. Dem stellten sich aber Tausende Demonstranten entgegen, rasch gruppierten sie sich neu und bekamen wieder Zulauf.

Am Morgen hatten die Demonstranten vor und aus dem Rathaus heraus Widerstand gegen die Polizisten geleistet. Das Gebäude wird seit Tagen von Regierungsgegnern besetzt gehalten.