Der UN-Sicherheitsrat hat einen ausgeweiteten Militäreinsatz in der Zentralafrikanischen Republik gebilligt. Einstimmig sprachen sich die 15 Mitglieder des Gremiums in New York dafür aus, dass französische Truppen Einsatzkräfte der Afrikanischen Union in dem Land unterstützen sollen.

Unmittelbar vor der Entscheidung gab es in der zentralafrikanischen Hauptstadt Bangui heftige Gefechte, Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP zählten fast 80 Tote in einer Moschee und umliegenden Straßen.

Die afrikanischen und französischen Soldaten sollen nun gemeinsam in dem Land die Gewalt beenden. Frankreich will insgesamt 1.200 Soldaten in die ehemalige Kolonie entsenden, die afrikanische Truppe soll etwa 3.500 Soldaten umfassen.

Das Rebellenbündnis Séléka hatte Ende März Präsident François Bozizé gestürzt und Rebellenchef Michel Djotodia an die Macht gebracht. Seitdem sollen die Aufständischen Gräueltaten, Vergewaltigungen und Plünderungen begangen haben. Zudem sollen die vorwiegend islamischen Aufständischen gezielt gegen Christen vorgehen, die die Mehrheit der Bevölkerung stellen.

Vor zwei Tagen hingegen wurden hundert Kilometer nördlich von Bangui mindestens zwölf muslimische Viehzüchter mit Buschmessern getötet und zehn Kinder verletzt. Die Tat soll von vor allem aus Christen zusammengestellten Milizen verübt worden sein. Diese sogenannten Anti-Balaka-Milizen entstanden als Reaktion auf Übergriffe bewaffneter Gruppen, die aus Séléka hervorgegangen sind.