In der thailändischen Hauptstadt Bangkok ist einer der Anführer der regierungskritischen Proteste getötet worden. Suthin Taratin sei während einer Rede vor Demonstranten erschossen worden, sagte ein Sprecher der Protestbewegung bei einer Pressekonferenz, die im Fernsehen übertragen wurde. Die Schüsse wurden demnach von einem Kleintransporter abgegeben. Mehrere weitere Menschen seien verletzt worden.

Die Polizei bestätigte, dass es sich um Taratin handelte. Mindestens fünf Menschen seien verletzt worden. Zu den gewaltsamen Auseinandersetzungen sei es gekommen, als Demonstranten versucht hätten, die Wahllokale zu blockieren.



Zuvor hatten Regierungsgegner in Bangkok die Schließung von mindestens 19 von insgesamt 50 Wahllokalen erzwungen. Die Protestierenden hätten die Gebäude belagert und Wahlhelfer daran gehindert, diese zu betreten, teilte die Wahlkommission mit. Wie mit der Störung der vorgezogenen Stimmabgabe für die Parlamentswahl am kommenden Sonntag umgegangen werde, sei noch unklar.

Auch im Süden des Landes erzwangen Demonstranten die Schließung einer Reihe von Wahllokalen. Von den 49 Millionen Wahlberechtigten in Thailand hatten sich für die vorgezogene Stimmabgabe mehr als zwei Millionen Menschen registrieren lassen.

Lieber ein "Volksrat" als ein neues Parlament

Die Opposition will die von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra angesetzte vorgezogene Parlamentswahl am 2. Februar verhindern. Sie fordert Yinglucks Rücktritt und die Einsetzung eines nicht gewählten Volksrats. Der Anführer der Proteste, Suthep Thaugsuban, hatte seine Anhänger aufgefordert, die Wahllokale zu blockieren.

Aus Regierungskreisen verlautete, die Wahlen würden nicht verschoben. Zuvor hieß es hingegen, die Regierung sei bereit, den Urnengang später durchzuführen, allerdings nur, wenn die Protestbewegung die Demonstrationen beenden und die Neuwahlen nicht boykottieren würde. Die Protestbewegung lehnt dies ab.

Wegen der Demonstrationen hatte Premierministerin Yingluck Shinawatra am 9. Dezember das Parlament aufgelöst und Neuwahlen ausgerufen. Die Protestbewegung fordert ein Ende des Thaksin-Regimes. Sie hält Yingluck für eine Marionette ihres Bruders Thaksin Shinawatra, der als Regierungschef  2006 vom Militär gestürzt worden war.