Die Zeiten der Mitte-links-Regierung in Dänemark sind vorbei. Die Sozialistische Volkspartei hat die Koalition am Vormittag verlassen. Zuletzt hatte es einen großen Streit über den Verkauf von Anteilen des staatlichen Energiekonzerns Dong an die US-Investmentbank Goldman Sachs gegeben. Der dänische Staat besitzt rund 76 Prozent des Unternehmens und will 19 Prozent seiner Aktien an Goldman Sachs verkaufen.

Die Regierung von Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt war seit September 2011 im Amt. Die Minderheitsregierung wurde angeführt von Thorning-Schmidts Sozialdemokraten, zudem gehörten ihr bisher die Sozialisten und die Sozialliberalen an. Die Koalition war im Parlament auf die Unterstützung der Rot-Grünen angewiesen.

Ministerpräsidentin Thorning-Schmidt will auch ohne stabile Regierungsmehrheit weitermachen. Sie verliert mit dem Rückzug der Sozialisten insgesamt sechs Minister. Thorning-Schmidt kündigte aber an, sie werde "bald eine neue Regierung" vorstellen. Neuwahlen seien nicht erforderlich. Die umstrittene Teilprivatisierung des Energiekonzerns Dong will die Regierung nun mithilfe von Stimmen aus dem rechten Spektrum des Parlaments durchziehen.