Edward Snowden soll vor dem Rechts- und Menschenrechtsausschuss des Europaparlaments sprechen. Die Parlamentarische Versammlung des Europarats in Straßburg bereitet eine entsprechende Einladung an den US-Whistleblower vor. Demnach könnte Snowden im April nach Straßburg kommen, kündigte der niederländische Christdemokrat Pieter Omtzigt an. Der Europarat ist kein Organ der Europäischen Union. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit der Einhaltung der Menschenrechte in seinen 47 Mitgliedsstaaten.

Snowden soll in zwei Anhörungen zu den Themen Massenüberwachung und Whistleblowing sprechen. Omtzigt plant, zu den Treffen auch US-Beamte einzuladen. Diese sollen "bewerten, ob Snowden die Wahrheit sagt".

Omtzigt räumte ein, dass Snowden aus Sicherheitsgründen möglicherweise nicht in der Lage sei, nach Straßburg zu reisen. Er solle "gemeinsam mit seinen russischen Gastgebern" entscheiden, ob er die Einladung annehmen wolle. Andernfalls sei eine Telefonkonferenz vorstellbar. Eine Videoschalte mit Edward Snowden wird derzeit auch im EU-Parlament mit Sitzen in Brüssel und Straßburg diskutiert. Ein Termin dafür steht allerdings noch nicht fest.

Zwei norwegische Parlamentsabgeordnete haben Snowden indessen für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Der frühere Umweltminister Baard Vegard Solhell und Snorre Valen, beide von der sozialistischen Partei, erklärten, die Enthüllungen des US-Amerikaners hätten öffentliche Debatten und Politikänderungen ausgelöst und "zu einer stabileren und friedlicheren Weltordnung" beigetragen.

Snowden hatte umfangreiche Spähprogramme des US-Geheimdienstes NSA enthüllt. Er wird von den USA als Geheimnisverräter gesucht und lebt derzeit im russischen Exil. Die Vorschläge für den Friedensnobelpreis 2014 müssen bis zum 1. Februar eingereicht sein. Danach kann nur das Nobelpreiskomitee noch Nominierungen vornehmen.