Im Iran wird kein hoch angereichertes Uran mehr produziert. Die Produktion von auf 20 Prozent angereichertem Material in den Atomanlagen Natans und Fordo sei gestoppt, bestätigte die Internationale Atomenergieagentur (IAEA). Die Agentur überprüft, ob Iran das im November geschlossene Atomabkommen wie verabredet in Kraft setzt. 

Das Abkommen hatten die fünf UN-Vetomächte und Deutschland im November mit der Regierung ausgehandelt. Der 20. Januar war als Starttermin vereinbart. 

Seit Samstag ist eine Delegation der Atomenergieagentur im Land unterwegs, um zu überwachen, ob Iran die vereinbarten Schritte einhält: Laut der Übereinkunft darf der Iran Uran nicht mehr auf 20 Prozent anreichern und keine weiteren Zentrifugen installieren. Bereits auf 20 Prozent angereichertes, hoch spaltfähiges Material muss der Iran stufenweise in Brennstäbe umwandeln oder auf 5 Prozent verdünnen. Außerdem darf Iran keine neuen Zentrifugen installieren und muss die Arbeiten am Schwerwasserreaktor in Arak stoppen.

Da die IAEA-Inspektoren den Vollzug der Auflagen bestätigt haben, können die EU-Außenminister wie geplant in Brüssel erste Sanktionen gegen den Staat lockern.

Dem Abkommen waren langjährige Verhandlungen vorausgegangen. Es gilt zunächst für sechs Monate, kann aber immer wieder um weitere sechs Monate verlängert werden. Ziel war es, Vertrauen und einen Zeitpuffer zu schaffen, um einen endgültigen Vertrag auszuhandeln.

Anlass der Verhandlungen war die Sorge, dass der Iran am Bau von Kernwaffen arbeitet. Die Regierung hatte das jahrelang bestritten, war den endgültigen Beweis aber stets schuldig geblieben. Erst mit dem Regierungswechsel wurde internationale Kontrolle möglich.