Das vorübergehende Genfer Abkommen zum Atomprogramm des Iran soll am 20. Januar in Kraft treten. Das teilte das iranische Außenministerium mit. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton bestätigte den Termin. Der Vertrag sieht vor, dass der Iran sein Atomprogramm einschränkt, im Gegenzug lockert die internationale Gemeinschaft die Wirtschaftssanktionen gegen das Land.

In der ersten Phase wird der Iran die Urananreicherung auf 20 Prozent einstellen und zusätzliche Kontrollen seiner Anlagen zulassen. Die internationalen Handelspartner geben dafür eingefrorene Öleinnahmen in Höhe von 4,2 Milliarden Dollar frei, sagte Irans Vizeaußenminister Abbas Araktschi. Er kündigte zudem weitere Verhandlungen an, die eine langfristige Einigung ermöglichen sollen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach von einem "entscheidenden Schritt nach vorne". Der Abschluss der Vereinbarung zeige, "dass es sich lohnt, mit Ausdauer zu verhandeln und klare Positionen zu beziehen". US-Präsident Barack Obama lobte die geplante Umsetzung der Vereinbarung als "konkreten Fortschritt". Er habe keine Illusionen darüber, "wie schwer es sein wird, die Ziele zu erreichen", sagte Obama. "Aber um unserer nationalen Sicherheit, des Friedens und der Sicherheit auf der Welt willen ist es jetzt an der Zeit, der Diplomatie eine Chance auf Erfolg zu geben."

Nach jahrzehntelanger Konfrontation hatten der Iran und seine Verhandlungspartner im November 2013 ein auf sechs Monate befristetes Übergangsabkommen vereinbart. Die Zeit soll genutzt werden, um eine abschließende Lösung auszuhandeln. Die EU hatte die Verhandlungen für die fünf Vetomächte der UN sowie Deutschland geführt.

Westliche Staaten verdächtigen den Iran, insgeheim an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Der Iran bestreitet das und beharrt auf seinem Recht zur zivilen Nutzung der Kernenergie. Die Regierung von Präsident Hassan Ruhani steht zudem unter Druck, weil die Sanktionen das Land in eine Wirtschaftskrise geführt haben.