Irans Präsident Hassan Ruhani hat sich für die Einführung eines demokratischen Mehrparteiensystems im Iran ausgesprochen. "Wir können doch nicht die politischen Belange eines Landes, das eine Bevölkerung von über 70 Millionen hat, ohne politische Parteien steuern", sagte Ruhani nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Irna. Außerdem müssten auch die Menschen im Iran wissen, welche Partei welche politische Linie verfolge.

Im Iran gibt es mehrere Fraktionen und politische Flügel, aber kein klassisches Parteiensystem. In den vergangenen Jahren dominierten ein konservativer und ein reformorientierter Flügel die Politik. Mit Amtsantritt von Expräsident Mahmud Ahmadinedschad im Jahr 2005 gründete sich dann eine Alternative zu den beiden Flügeln, die Ahmadinedschad selbst die "dritte Welle" nannte.

In der Vergangenheit scheiterten mehrere Versuche, ein Parteiensystem einzuführen, am Widerstand des Establishments. Das stuft Parteien bislang als ein westliches Modell ein und lehnt sie deshalb auch ab.

Die Aktivitäten der wenigen reformorientierten Parteien wurden alle verboten: Ihnen wurde unterstellt, dass sie nicht treu zum islamischen Establishment stehen.