(9:55) Offiziell wurde bestätigt, dass ein dritter Mensch bei den Protesten ums Leben gekommen ist. Roman Senik, 45 Jahre alt, starb nach einer Schussverletzung. Die Kiew Post berichtet, der Aktivist sei am 22. Januar getroffen worden und nach einigen Tagen im Krankenhaus gestorben. Nach Angaben der Parlamentsabgeordneten Irina Sekd habe er schwere Lungenverletzungen erlitten. Man habe ihn mehrfach operiert, ein Arm habe amputiert werden müssen, schrieb sie demnach auf ihrer Facebook-Seite. 


(07:40) Die ukrainische Justizministerin Jelena Lukasch hat die Regierungsgegner zum Verlassen des besetzten Justizgebäudes aufgerufen. Sie hoffe zwar auf eine friedliche Regelung, sollten sich die Demonstranten aber nicht zurückziehen, werde sie die Lage mit dem Nationalen Sicherheitsrat besprechen, sagte Lukasch. Dabei werde möglicherweise auch die Verhängung des Notstands in der Ukraine erörtert.Laut Verfassung kann er vom Präsidenten verhängt werden.

(06:55) Die Opposition will ihre Proteste in den Regionen weiter ausweiten. In mehreren Großstädten in der Zentralukraine versuchten Demonstranten, Verwaltungsgebäude zu stürmen. Im an Polen grenzenden Westen des Landes haben die Gegner von Präsident Viktor Janukowitsch bereits vielerorts die Rathäuser in ihre Gewalt gebracht. Auch in den Industriezentren Dnipropetrowsk und Saporischschja versuchten Oppositionsanhänger nach eigenen Angaben, öffentliche Gebäude unter ihre Kontrolle zu bringen. Im bevölkerungsreichen Osten – an der Grenze zu Russland – hat Janukowitsch weiterhin Rückhalt. Diese Karte zeigt, wie weit der Protest in den jeweiligen Regionen fortgeschritten ist.


(06:15) Nach der Besetzung des Justizministeriums in Kiew hat Oppositionspolitiker Vitali Klitschko die Demonstranten aufgefordert, das Gebäude wieder zu räumen. "Sie wollen bleiben, aber ich werde versuchen, sie vom Gegenteil zu überzeugen", sagte Klitschko in Kiew. Es gelte, eine politische Lösung des Machtkampfs zu finden und Provokationen zu vermeiden. Radikale Regierungsgegner hatten das Haus im Zentrum der Hauptstadt am Abend gestürmt. Die ukrainische Opposition hält weitere Verwaltungsgebäude in Kiew und in der Provinz besetzt. So sollen derzeit elf der 27 Gebietsverwaltungen in ihrer Hand sein.

(05:50) Die EU hat den ukrainischen Staatschef Viktor Janukowitsch aufgerufen, seine in den vergangenen Tagen angebotenen Zugeständnisse umzusetzen. Die Regierung müsse "ihre Versprechen erfüllen", erklärte die EU-Vertretung in Kiew. "Die Verhandlungen müssen fortgesetzt werden", hieß es weiter. Janukowitsch hatte der Opposition mehrere Angebote gemacht. Zunächst erklärte er sich bereit, die kürzlich beschlossenen Beschränkungen der Versammlungsfreiheit zurückzunehmen. Darüber hinaus bot er den Oppositionsführern Arsenij Jazenjuk und Vitali Klitschko den Posten des Ministerpräsidenten beziehungsweise des Stellvertreters an. Janukowitsch stellte in Aussicht, die Verfassung ändern zu wollen, um Macht abzugeben. Während Klitschko das Angebot als "vergiftet" abgelehnt hatte, hat sich Jazenjuk noch nicht eindeutig geäußert. Die EU rief die Oppositionsführer auch auf, sich klar von gewaltbereiten Demonstranten zu distanzieren. Der "friedliche Charakter der Demonstrationen muss gewahrt bleiben", hieß es in der Erklärung.

Fotos vom Wochenende Brennende Barrikaden, vermummte Demonstranten, Kiew im Schnee: Wie haben eine Fotostrecke mit Bildern vom Wochenende in der Ukraine zusammengestellt. Die Proteste sind am Wochenende weiter eskaliert.

Lesen Sie hier, was am Sonntag, 26. Januar geschah.