Anderthalb Jahre nach dem tödlichen Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi stellt ein offizieller Untersuchungsbericht die Regierung in Washington an den Pranger. Die Attacke radikaler Islamisten, bei der Botschafter Chris Stevens und drei weitere US-Bürger getötet wurden, hätte verhindert werden können, heißt es in dem Bericht des Senats. Das damals von Hillary Clinton geführte Außenministerium habe "bekannte Sicherheitslücken" und die wachsende Bedrohung durch Terroristen ignoriert.

Monatelang hatte der Geheimdienstausschuss des Senats bei Anhörungen eine Reihe von Zeugen zu dem Angriff am 11. September 2012 auf das Konsulat und eine angeschlossene Vertretung des Auslandsgeheimdienstes CIA vernommen.

Die Untersuchung fand in einer stark parteipolitisch aufgeladenen Atmosphäre statt: Mehrere republikanische Kongressmitglieder warfen Präsident Barack Obama vor, den terroristischen Hintergrund aus wahltaktischen Gründen zunächst verheimlicht zu haben. Vertreter von Obamas Regierung hatten die Attacke zunächst als spontanen Protest gegen ein in den USA produziertes anti-islamisches Schmähvideo dargestellt.

Erst Anfang der Woche hatte die Regierung erstmals Namen von denjenigen Gruppen und Islamisten genannt, die in die Attacke verwickelt gewesen sein sollen. Dazu gehören drei Extremistengruppen aus Libyen und drei Männer, die vom Außenministerium zu Terroristen erklärt worden sind. Zu den drei Militanten zählt auch Sufian bin Kumu, Anführer des Ablegers der Organisation Ansar al-Scharia in den libyschen Stadt Darna. Er war 2007 aus dem US-Gefangenenlager Guantánamo entlassen worden.