Mutmaßliche Anhänger der radikalislamischen Gruppe Boko Haram haben im Nordosten von Nigeria erneut ein Massaker verübt. Der Angriff, bei dem nach nigerianischen Medienberichten 90 Menschen starben, ereignete sich in dem überwiegend von Christen bewohnten Dorf Izghe im Bundesstaat Borno. Ein lokaler Politiker sagte dem britischen Sender BBC, es seien mehr als 100 Menschen getötet worden.

Ein Armeesprecher des Bundesstaats bestätigte den Angriff. Er wollte aber keine Details nennen. Nach einem Augenzeugenbericht griffen mehr als 200 Bewaffnete in Militäruniformen das Dorf und seine Bewohner an. 

Aus Angst vor Massakern der Boko Haram waren am Samstag bereits Hunderte Menschen geflohen. Zuvor waren bei zwei Angriffen insgesamt 43 Menschen getötet worden.

Immer wieder kommt es zu Anschlägen der Gruppe, deren Ziel meist Christen sind. Die Sekte kämpft für die Einführung der Scharia und verbreitet seit 2009 vor allem im muslimisch geprägten Norden Nigerias Terror. Die Anschläge richten sich unter anderem gegen Kirchen, Polizeiwachen und Lokale mit Alkoholausschank. Der Bundesstaat Borno ist eine Hochburg der Gruppe, dort gilt seit Mai 2013 der Ausnahmezustand.