Der ukrainische Regierungsgegner Dmitri Bulatow ist nach eigenen Angaben von "Russisch sprechenden Folterern" misshandelt worden. Unter Folter habe er vor einer Kamera aussagen müssen, dass er ein US-Spion sei und Geld aus den USA für die Proteste in der Ukraine erhalten habe, sagte Bulatow auf seiner ersten Pressekonferenz im litauischen Vilnius. Die litauischen Behörden bestätigten, dass Bulatow gefoltert wurde.

"Als sie mich schlugen, habe ich auf meinem Gesicht etwas wie geschmolzenes Metall gespürt, sehr, sehr heiß", sagte Bulatow in dem Krankenhaus, in dem er seit seiner Ankunft in Litauen medizinisch behandelt wird. Wegen der schweren Folter sei er "zu allem bereit" gewesen. Er habe derartige Schmerzen gehabt, dass er seine Peiniger sogar gebeten habe, ihn zu töten. Er habe gedacht, dass es "Mitglieder russischer Sonderdienste" gewesen seien, auf jeden Fall "Profis".

Bulatow, der wegen seiner Protestaktionen gegen die ukrainische Regierung unter Hausarrest gestanden hatte, war vergangene Woche schwer verletzt in einem Dorf bei Kiew aufgetaucht. Er gab an, am 22. Januar verschleppt, danach gefoltert und schließlich in einem Wald ausgesetzt worden zu sein. In den vergangenen Wochen sollen Dutzende weitere Aktivisten entführt und gefoltert worden sein.