Der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) steht eine Kampfabstimmung über den Posten des Spitzenkandidaten bei der Europawahl bevor: EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier reichte offiziell seine Bewerbung ein. Barnier werde von seiner Partei, der französischen UMP, von der ungarischen Fidesz und der slowenischen NSI unterstützt, teilte die EVP mit.

Der Spitzenkandidat der EVP, zu der auch die deutschen Parteien CDU und CSU gehören, soll am 6. und 7. März in Dublin nominiert werden. Als Favorit gilt der frühere luxemburgische Regierungschef Jean-Claude Juncker, der auch die Unterstützung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat. Neben der CDU stehen seine Heimatpartei CSV und die Nea Demokratia aus Griechenland hinter Juncker.

Als Außenseiter gilt Lettlands Ex-Ministerpräsident Valdis Dombrovskis, der ebenfalls kandidiert. Angaben aus Brüssel zufolge könnte er seine Kandidatur aber noch vor der Abstimmung zurückziehen. In dem Fall wolle Dombrovskis aber nach der Europawahl von seinem Land als EU-Kommissar nach Brüssel geschickt werden.

Bei der Europawahl, die Ende Mai stattfindet, stellen die EU-Parteienfamilien erstmals Spitzenkandidaten auf, die Bewerber für den Posten des EU-Kommissionspräsidenten sind. Für die Sozialdemokraten tritt der Europaparlamentspräsident Martin Schulz (SPD) an. Das Mandat des amtierenden Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso läuft Ende Oktober aus.