Islands Regierung will darauf verzichten, das Volk über einen EU-Beitritt des Staats abstimmen zu lassen. Die regierende Fortschrittspartei und ihr Koalitionspartner, die euroskeptische Unabhängigkeitspartei, einigten sich auf ein Gesetzesvorhaben, mit dem die 2010 eingereichte Kandidatur für einen Beitritt zur Europäischen Union zurückgezogen werden soll. 

Im Rundfunk sagte Außenminister Gunnar Bragi Sveinsson, dass er sich persönlich dafür einsetzen werde, dass der neue Kurs umgesetzt werde.

Die Beitrittsverhandlungen zwischen Island und der Europäischen Union ruhten seit April 2013, als der isländische Wahlkampf begann. Im Mai vergangenen Jahres einigte sich die neu gewählte Regierung dann darauf, das isländische Volk über einen EU-Beitritt abstimmen zu lassen

Zwar ist Island Teil des Schengen-Raums und profitiert so von Reisefreiheit und freiem Warenverkehr innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums. Die Walfang-Nation stritt mit der Europäischen Union jedoch zuletzt über die Fischereipolitik. Brüssel forderte, dass Island mehr Zugeständnisse an den Tier- und Umweltschutz macht.