Das ukrainische Parlament will den abgesetzten Präsidenten Viktor Janukowitsch vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag bringen. Janukowitsch habe sich schwerer Verbrechen schuldig gemacht, hieß es in einer mit großer Mehrheit verabschiedeten Resolution. Er und andere seien für den Tod von mehr als 100 Menschen aus der Ukraine und anderen Ländern verantwortlich. 

Der Beschluss betrifft auch Ex-Innenminister Vitali Sachartschenko und Generalstaatsanwalt Viktor Pschonka. "Wir rufen den Internationalen Strafgerichtshof auf, die Verantwortlichen für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu ermitteln (…) und Viktor Janukowitsch und andere Verantwortliche zu verfolgen, die kriminelle Befehle gaben oder ausführten", hieß es wörtlich.

Janukowitsch war am Samstag durch einen Parlamentsbeschluss gestürzt worden. Der neue Innenminister Arsen Awakow erließ am Montag einen Haftbefehl wegen Massenmordes gegen ihn. Sein aktueller Aufenthaltsort ist nicht bekannt, er befindet sich auf der Flucht.

Die ukrainische Opposition hatte am Wochenende nach monatelangen Demonstrationen die Macht in Kiew übernommen. Auslöser der Proteste war im vergangenen Jahr Janukowitschs Entscheidung, die Unterzeichnung eines bereits ausgehandelten Assoziierungs- und Freihandelsabkommens mit der EU abzusagen und sich stärker Russland zuzuwenden.