In der westfranzösischen Stadt Nantes haben sich am Samstagabend etwa tausend militante Umweltschützer eine Straßenschlacht mit den Sicherheitskräften geliefert. Die Gegner eines Flughafen-Großprojekts schlugen Fensterscheiben ein, attackierten Büros der Verkehrsbetriebe und Polizeiwachen. Etwa zehn Geschäfte wurden stark zerstört.

Die Beamten seien mit Steinen und Flaschen beworfen worden, teilten die Behörden mit. Die Polizei ging mit Gummiknüppeln, Wasserwerfern und Tränengas gegen den "schwarzen Block" vor. Acht Polizisten wurden verletzt und zehn Demonstranten festgenommen. Es gibt keine Angaben über die Anzahl der verletzten Protestierer.

Nach Angaben der Veranstalter hatten sich 60.000 Menschen friedlich auf einem zentralen Platz von Nantes versammelt; die Polizei sprach von 20.000 Demonstranten. Die Bauern kamen mit 520 Traktoren in die Hauptstadt der Region Loire. "Die Regierung kann das Projekt nicht stur und mit Gewalt durchdrücken", sagte die gegen den Flughafen engagierte Regionalpolitikerin Françoise Verchère, "die Mobilisierung lässt nicht nach und das kann sie nicht ignorieren."

Bau im geschützten Sumpfgebiet

Umweltschützer und die von Enteignung bedrohten Landwirte protestieren seit Jahren gegen den geplanten Flughafen nahe der Ortschaft Notre-Dames-des-Landes. Das auf 580 Millionen Euro veranschlagte Großprojekt soll in einem geschützten Sumpfgebiet entstehen und den bestehenden Flughafen Nantes Atlantique ersetzen. Vor zwei Monaten erteilten die örtlichen Behörden die Genehmigung für die Vorarbeiten, die in diesem Jahr beginnen sollen.

Den Bau eines großen Regionalflughafens für Westfrankreich unterstützt die sozialistische Regierung in Paris und vor allem Premierminister Jean-Marc Ayrault; er war von 1989 bis 2012 Bürgermeister von Nantes. Ayrault verurteilte die "gewalttätigen Handlungen von radikalen Demonstranten" als inakzeptabel und durch nichts zu rechtfertigen. Innenminister Manuel Valls warnte vor einer Fortsetzung der "Stadtguerilla" durch isolierte Gruppen.