Bewaffnete haben in der Nacht Dutzende Schüler im Nordosten Nigerias getötet. Nach Angaben der örtlichen Polizei eröffneten die Extremisten – es sollen Mitglieder der islamistischen Gruppierung Boko Haram gewesen sein – in einem Schlafsaal der Schule das Feuer. Mehr als 40 Jugendliche seien gestorben, sagen Ärzte. Im örtlichen Krankenhaus hieß es, Rettungswagen hätten fortlaufend Tote aus der Schule gebracht. Die Schule für elf- bis 18-Jährige liegt in der Stadt Buni Yadi im unruhigen Bundesstaat Yobe.

Die Angreifer hätten Schüler in deren Wohnheim eingeschlossen und das Gebäude in Brand gesetzt, sagte der Überlebende Adamu Garba. Fliehenden hätten sie die Kehle aufgeschlitzt oder sie erschossen. Einige Studenten seien bei lebendigem Leibe verbrannt. Auch Garba, der als Lehrer an einer angrenzenden Mittelschule arbeite, sprach von etwa 40 Toten.

Ein Militärsprecher bestätigte den Angriff und erklärte, Soldaten seien immer noch auf der Suche nach Leichen. Deshalb könne er noch keine Opferzahl nennen. 

Zunächst war unklar, ob es sich bei den Attentätern tatsächlich um Boko-Haram-Mitglieder handelte. Im vergangenen Jahr hatte es in derselben Region ähnliche Angriffe von Boko Haram mit vielen Toten gegeben.

Die Schule rund 70 Kilometer südlich von Damaturu, der Hauptstadt der Provinz Yobe, war telefonisch nur schwer zu erreichen, weil Extremisten im vergangenen Jahr eine Mobilfunkantenne dort zerstört hatten. Augenzeuge Garba und andere Lehrer flohen in die Provinzhauptstadt und berichteten dort von dem Überfall.

Im Nordosten Nigerias verübt die islamistische Terrorgruppe Boko Haram – der Name bedeutet in etwa "westliche Bildung ist verboten" – immer wieder Terrorakte. Die Gruppe, die die Einführung der Scharia fordert, soll für den Tod mehrerer tausend Menschen verantwortlich sein. Erst vor gut einer Woche soll sie beim Überfall auf ein Dorf mehr als 100 Menschen umgebracht haben.