In Nordkorea hat es Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegeben. In einjährigen Ermittlungen seien Beweise für etliche solcher Verbrechen gegen eine "verhungernde Bevölkerung" gesammelt worden, berichtet eine Untersuchungskommission der Vereinten Nationen. Außerdem sollen Personen in Südkorea und Japan entführt worden seien. Ein Sprecher der nordkoreanischen UN-Mission in New York wies die Anschuldigungen als "haltlos" zurück: "Das werden wir niemals akzeptieren", sagte er.  

Die ermittelnde Kommission hat in den vergangenen Monaten mehr als 80 Menschen in Seoul, Tokio, London und Washington öffentlich angehört, durfte aber nicht nach Nordkorea selbst reisen. Offiziell wird der Bericht der erst am Montag veröffentlicht.

Der Nachrichtenagentur AP zufolge empfiehlt die Kommission, die festgestellten Verbrechen vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu bringen. In den Ermittlungsergebnissen wird demnach keine Partei direkt beschuldigt, es wird jedoch dazu aufgerufen, die Schuldfrage aufzuarbeiten. 

Derweil bleiben Süd- und Nordkorea vorerst auf Annäherungskurs. Seit mehr als drei Jahren soll wie geplant Ende Februar wieder ein Treffen von getrennten Familien aus Süd- und Nordkorea stattfinden – trotz der Kritik Nordkoreas am geplanten Frühjahrsmanöver der südkoreanischen Streitkräfte mit dem US-Militär.