Nach weniger als zwei Jahren ist in Rumänien die Regierungskoalition aus Sozialdemokraten (PSD) und Liberalen (PNL) zerbrochen. Die Parteispitze der Liberalen beschloss am Abend den Rückzug ihrer Minister. Die PSD von Ministerpräsident Victor Ponta habe "in eklatanter Weise" Koalitionsvereinbarungen gebrochen, sagte der PNL-Vorsitzende Crin Antonescu. Er verlangte zudem den Rücktritt des Regierungschefs.

Trotz des Ausstiegs der Liberalen wird erwartet, dass die Regierung Ponta weitermacht. Es soll bereits Gespräche mit anderen Fraktionen über eine Unterstützung gegeben haben. Pontas Sozialisten verfügen über eine knappe Mehrheit im Parlament.

Seit Wochen hatte es Streit innerhalb der Koalition um eine Kabinettsumbildung gegeben. Die Liberalen wollen mit Blick auf die Präsidentenwahl im November mehr Profil zeigen und hatten verlangt, dass ihr Kandidat für das Amt des Innenministers, Klaus Johannis, auch Vize-Regierungschef wird. Ponta hatte Johannis zwar grundsätzlich im Kabinett akzeptiert, aber die Kopplung an das Amt des Vizepremiers abgelehnt.

Die PNL ist derzeit in Umfragen sehr schwach, ihr Vorsitzender Antonescu will aber im Herbst für das Amt des Staatschefs kandidieren.