Den Vereinten Nationen zufolge kann Syrien keine Chemiewaffen mehr herstellen. In einem Bericht zur Zerstörung der Bestände hieß es, in den vergangenen Monaten seien deutliche Fortschritte erzielt worden. "Als Folge davon sind die Produktions-, Misch- und Abfüllanlagen der Arabischen Republik Syrien nicht mehr einsatzfähig." Die Regierung in Damaskus müsse jedoch ihre Anstrengungen verstärken. Die Waffen sollen außer Landes gebracht und unter internationaler Aufsicht auf See vernichtetet werden.

Ein wichtiger Schritt zur vollständigen Vernichtung des syrischen C-Waffen-Arsenals war bereits am Mittwoch erfolgt, als eine Ladung Senfgas aus den Chemiewaffenbeständen außer Landes gebracht worden war. UN-Sonderkoordinatorin Sigrid Kaag ermahnte die syrische Führung trotzdem, ihren Verpflichtungen innerhalb der geltenden Frist nachzukommen und weitere Kampfstoffe herauszugeben, damit sie im Ausland unschädlich gemacht werden könnten.

Bei dem Senfgas handelte es sich um die vierte Ladung Chemiewaffen, die abtransportiert wurde. Zuvor war am 10. Februar ein norwegischer Frachter mit syrischen Kampfstoffen an Bord Richtung Italien aufgebrochen.

Die Führung in Damaskus hatte kürzlich erklärt, dass die letzten gefährlichen Kampfstoffe nicht vor Ende Mai außer Landes geschafft werden könnten. Die eigentliche Zerstörung der Chemiewaffen ist technisch kompliziert und dauert rund 90 Tage – womit die am 30. Juni ablaufende Frist zur Vernichtung des Arsenals um mehrere Wochen überschritten würde.

Syrien hatte sich im August vergangenen Jahres verpflichtet, seinen gesamten Chemiewaffenbestand unter internationaler Aufsicht zu zerstören. Nach einem Giftgaseinsatz durch die syrische Armee hatten die USA mit einer Militäroffensive gegen das Land gedroht. Gemäß einer UN-Resolution müssen die Chemiewaffen bis Mitte 2014 vernichtet sein.