Die Hilfe für die Bewohner in der belagerten syrischen Stadt Homs kann unverzüglich beginnen. Dies haben sowohl die Vereinten Nationen (UN) als auch die USA und Russland sowie syrische Aktivisten bestätigt. Demnach gilt seit dem frühen Morgen eine dreitägige Waffenruhe. Inzwischen haben die ersten Flüchtlinge, die meisten davon ältere Menschen, die belagerte Altstadt von Homs verlassen dürfen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk steht mit Lastwagen voller Hilfsgüter bereit, die ersten Pakete mit Lebensmitteln und weiteren dringend benötigten Gütern sollen ab Samstag in der Stadt verteilt werden.

Damit haben sich die syrischen Konfliktparteien endlich mit der UN auf das genaue Vorgehen geeinigt. Noch Ende Januar hatte der UN-Sondergesandte Lakhdar Brahimi auf der internationalen Syrien-Konferenz in Genf verkündet, dass die syrische Regierung zugesagt habe, Frauen und Kinder aus der belagerten Stadt zu lassen. Anschließend warfen Opposition und Regierung sich aber gegenseitig vor, die Umsetzung der Abmachung zu blockieren.

Eine solche Einigung wurde nun erzielt. Bereits am Donnerstagabend zitiert die Nachrichtenagentur Sana den Stadtgouverneur Talal al-Barasi, dass notleidende Zivilisten Homs "sehr bald" verlassen dürften. Darauf habe er sich mit dem örtlichen UN-Koordinator Yacoub El Hillo geeinigt. Später dann bestätigte der UN-Sprecher Farhan Haq eine "humanitäre Pause" und die Bereitstellung von Hilfe für etwa 2.500 Menschen.

Signal für Genf

Die Region um Homs ist seit Langem Schauplatz erbitterter Kämpfe. Sie liegt im Zentrum des Landes an der strategisch wichtigen Autobahn zwischen Damaskus und Aleppo. In von Rebellen kontrollierten Vierteln der Stadt, die seit Juni 2012 von der Armee belagert und beschossen werden, leben nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 3.000 Zivilisten ohne ausreichend Nahrung und Medikamente.

Für Experten hätte eine erfolgreiche Umsetzung der jetzt erzielten Vereinbarung Signalwirkung für die zweite Runde der Genfer Friedensgespräche. Diese soll am kommenden Montag beginnen, nachdem die erste Runde ohne konkrete Ergebnisse geendet war. Die Regierungsdelegation hatte jedwede "Zugeständnisse" an die Opposition ausgeschlossen. Allerdings wertete es die oppositionelle Nationale Koalition bereits als Erfolg, dass die Regierung überhaupt zu den Verhandlungen gekommen war.