Nach dem politischen Umsturz braucht die Ukraine finanzielle Unterstützung in Höhe von 35 Milliarden Dollar (25,5 Milliarden Euro). Das teilte die Übergangsregierung mit. Dies sei der Bedarf für das laufende und das kommende Jahr, sagte Finanzminister Juri Kolobow. Er rief den Westen auf, in den kommenden zwei Wochen eine Geberkonferenz zu organisieren, um einen Hilfsplan auszuarbeiten.

Übergangspräsident Alexander Turtschinow hatte zuvor gewarnt, die Ukraine stehe nach dem Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch vor dem Staatsbankrott. "Die Ukraine ist dabei, in den Abgrund zu rutschen, sie befindet sich am Rande einer Zahlungsunfähigkeit", hatte Turtschinow gesagt. Um die Haushaltsprobleme des Landes zu lösen, hoffe die Interimsregierung auch auf Unterstützung der EU.

Die USA und der Internationale Währungsfonds (IWF) stellten dem Land bereits Unterstützung in Aussicht. Auch die Europäische Union ist grundsätzlich zu Finanzhilfen bereit. Der Westen ist sich weitgehend einig, dass Hilfen an Bedingungen geknüpft werden sollten. Diskutiert wird zudem darüber, ob auch Russland sich beteiligen sollte. Der Osteuropa-Beauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler (SPD), sagte am Morgen in der ARD: "Infrage kommen drei verschiedene Geber: Das sind die EU, der Internationale Währungsfonds und das ist natürlich die Russische Föderation."

Der österreichische EU-Parlamentarier Hannes Swoboda sagte, als Bedingung für Hilfsgelder der EU müssten die Korruption in der Ukraine gebändigt und die oligarchischen Strukturen zerschlagen werden. Zudem müsse die Einheit des Landes bewahrt werden. Swoboda ist der Fraktionschef der Sozialisten im EU-Parlament.