Frankreichs ehemaliger Präsident Nicolas Sarkozy hat das Vorgehen der Justiz des Landes mit Methoden der Stasi verglichen. In einem Gastbeitrag für die Tageszeitung Le Figaro beschwerte sich Sarkozy darüber, dass er und sein Anwalt von offiziellen Stellen abgehört worden seien. Premier Jean-Marc Ayrault wies die Vorwürfe zurück.

Dass die Justiz die Mobiltelefone des Ex-Präsidenten abhörte, ist seit knapp zwei Wochen bekannt. Dabei geht es um angebliche illegale Spenden aus Libyen, die Sarkozy für seinen Präsidentschaftswahlkampf 2007 erhalten haben soll. Die Ermittler sollen so Hinweise erhalten haben, dass Sarkozy Kontakte aus seiner Amtszeit genutzt habe, um einen Staatsanwalt zum Regierungsberater in Monaco zu machen. Gegenleistung des Juristen könnte der Verrat von Ermittlungsergebnissen gegen Sarkozy gewesen sein.

Sarkozy bestreitet die Vorwürfe. Jeder, der ihn anrufe, könne abgehört werden, schrieb er im Figaro. Dies sei weder ein Ausschnitt aus dem Stasi-Film Das Leben der Anderen noch die Machenschaften eines Diktators irgendwo in der Welt. "Es handelt sich hier um Frankreich", schreibt der konservative Politiker.

Frankreichs Premier Jean-Marc Ayrault wies Sarkozys Vorwürfe zurück und sagte, der Vergleich zwischen Frankreich und der DDR sei "unerträglich". Das Land sei ein Rechtsstaat, in dem die Freiheit respektiert werde und das Gesetz für alle gelte. Richter seien unabhängig, die Polizei handle im Rahmen des Gesetzes.