Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hat drastischen Einschnitten in das Atomprogramm seines Landes eine Absage erteilt. Der Westen könne sich nicht der Illusion hingeben, dass der Iran seine Urananreicherung komplett beenden werde, sagte Sarif während eines Besuchs in Tokio. Auch der Bau eines Schwerwasserreaktors werde nicht gestoppt, bekräftigte er. Dies hatte Israel gefordert.

"Wir werden nichts schließen oder demontieren, das ist unsere rote Linie", sagte er. Aber der Iran werde Bedenken ernst nehmen, dass atomwaffenfähiges Material in die falschen Hände geraten könnte.

Der US-Gesandte bei der Internationalen Atomenergie-Organisation in Wien, Joseph Macmanus, sagte, der Iran müsse den Verdacht ausräumen, er habe an der Entwicklung von Atomwaffen gearbeitet. Sonst sei eine vollständige Aufhebung der Wirtschaftssanktionen nicht möglich. Der Iran weist den Verdacht zurück, solche Waffen bauen zu wollen.

Israel sieht sich in Warnungen bestätigt

Derzeit verhandeln der Iran und Vertreter der internationalen Gemeinschaft über ein dauerhaftes Abkommen zum Atomstreit. Ein vorläufiger Vertrag, der eine teilweise Aufhebung der Sanktionen und im Gegenzug eine Begrenzung der Urananreicherung vorsieht, ist bereits in Kraft.

Israels Regierung sieht sich umso mehr in seinen Warnungen bestätigt, dass der Iran die Sicherheit in Nahost bedrohe, da die israelische Marine im Roten Meer ein Frachtschiff aufgebracht hat, das nach Armee-Angaben Raketen aus dem Iran an Islamisten im Gazastreifen liefern wollte. An Bord hätten sich Dutzende in Syrien hergestellte Raketen iranischer Bauart vom Typ M302 befunden. Diese verfügten über eine Reichweite von mehr als 100 Kilometern und hätten das Leben von Millionen Israelis bedroht.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wirbt derzeit in den USA für ein härteres Vorgehen gegen den Iran. Die Islamische Republik liefere tödliche Waffen an Terror-Organisationen und versuche, seine Aktivitäten durch ein weltweit verzweigtes Netz zu verschleiern, sagte er.