Israels Marine hat nach eigenen Angaben im Roten Meer ein Schiff mit Raketen aufgebracht. Wie ein Militärsprecher mitteilte, stammen die modernen Waffen aus Syrien und sollten über den Iran in den Gazastreifen transportiert werden. Dort waren sie demnach für Extremistengruppen bestimmt. "Sie hätten Millionen Israelis gefährden können, wären sie angekommen", sagte der Sprecher. Sie hätten palästinensischen Terrororganisationen "nie dagewesene Fähigkeiten verleihen" können.

In den frühen Morgenstunden hatten Einheiten der israelischen Marine das in Panama registrierte Schiff KLOS-C gekapert. An Bord fanden sie dann Dutzende, in Syrien gefertigte M-302-Raketen. Es sind solche, wie sie auch die Hisbollah 2006 im Libanonkrieg gegen Israel eingesetzt hatte. Die Raketen haben eine Reichweite von bis zu 160 Kilometern.

"Wir hatten überzeugende Hinweise darauf, dass sich Raketen auf diesem Schiff befinden", sagte der Sprecher. "Und wir haben Beweise, dass der Iran hinter dieser Operation steckt." Demnach wurden die Raketen auf dem Flughafen der syrischen Hauptstadt Damaskus in Flugzeuge geladen und von dort in den Iran geflogen. Dort wurden sie dann auf das zivile Frachtschiff geladen.

Richtung Irak statt Richtung Sudan

Gestoppt wurde die KLOS-C vor der Küste Sudans und Eritreas, rund 1600 Kilometer südlich von Israel. Die Aktion wurde gestartet, nachdem klar war, dass das Schiff nicht wie ursprünglich gemeldet direkt den Port Sudan ansteuere, sondern Richtung Irak fahre. Die Übernahme, so der Militärsprecher, sei friedlich verlaufen. 17 Bordmitglieder hätten sich sofort ergeben. Unter ihnen seien keine Iraner gewesen.

Die israelische Regierung hat bereits in der Vergangenheit iranische Schiffe aufgebracht. Sie wirft dem Iran vor, die Waffen an militante Palästinenser zu liefern. Immer wieder feuern Militante aus dem von der radikalislamischen Hamas regierten Gazastreifen Raketen auf israelisches Gebiet. Israels Militär reagiert darauf meist mit Luftangriffen.