Der frühere norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg ist der aussichtsreichste Kandidat für das Amt des Nato-Generalsekretärs, das am 30. September 2014 neu besetzt werden soll. Wie die Zeitung Aftenposten berichtete, haben sich nach Deutschland und den USA nun auch Großbritannien und Frankreich für den 55-Jährigen als Nachfolger von Anders Fogh Rasmussen ausgesprochen.

Nach Angaben der Zeitung sehen Insider derzeit keinen Grund mehr, der noch gegen den Norweger sprechen würde. Zwar sei der Bewerbungsprozess formal noch nicht abgeschlossen, aber mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, US-Präsident Barack Obama, dem britischen Premier David Cameron und Frankreichs Staatschef François Hollande hätten nun die vier mächtigsten Mitglieder des Verteidigungsbündnisses zugestimmt.

Einige Quellen der Aftenposten wollen erfahren haben, dass der Nachfolger des Dänen Rasmussen bereits an diesem Montag offiziell benannt werden soll. In Den Haag finden der Atomsicherheitsgipfel und ein G-7-Treffen zu Russland statt, an dem neben Obama auch alle Mitglieder der Nato teilnehmen werden. Wahrscheinlicher ist es aber, so schreibt es die Zeitung, dass der neue Generalsekretär erst kommende Woche beim Gipfel der Nato-Außenminister in Brüssel nominiert wird.

Auch Barroso und de Maizière Favoriten

Stoltenberg selbst wollte die Gerüchte nicht kommentieren. "Ich finde, es ist immer schön, in verschiedenen Zusammenhängen genannt zu werden", sagte er dem Sender NRK. Sollte die Wahl tatsächlich auf ihn fallen, hätte er unter anderem den früheren italienischen Außenminister Franco Frattini, Bundesinnenminister Thomas de Maizière und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso ausgestochen. All diese Politiker waren lange als Favoriten für das Amt genannt worden.