Die Zentrumskoalition des kolumbianischen Staatschefs Juan Manuel Santos hat am Sonntag die Parlamentswahl gewonnen. Nach Auszählung von 98 Prozent der Stimmen erhielten die drei Regierungsparteien zusammen 91 der 167 Abgeordnetenmandate und 47 der 102 Senatssitze. 

Die Opposition in Kolumbien wird künftig von der neuen Partei des ehemaligen Präsidenten Álvaro Uribe angeführt, deren Parteien auf 39 Abgeordnete und 38 Senatoren kommen. Uribe wurde auch selbst als Senator gewählt. Damit kehrt in Kolumbien zum ersten Mal ein Ex-Staatschef auf die politische Bühne zurück.

Die linken Parteien erlangten 9 Sitze im Parlament und 10 im Senat. Die Wahlbeteiligung lag bei 43 Prozent der 32,8 Millionen Wahlberechtigten. Am 25. Mai stehen Präsidentschaftswahlen an, bei denen Santos sich zur Wiederwahl stellt.

Santos' Regierung führt seit November 2012 in Havanna Friedensgespräche mit der Guerillagruppe Farc und hatte bei den Wahlen auf ein neues Mandat für die Verhandlungen gehofft. Langfristig soll es in den Gesprächen um die Entwaffnung der Rebellen und die Entschädigung der Opfer gehen. Die 1964 gegründete Farc ist Kolumbiens größte Guerilla-Organisation. Im Konflikt mit Regierungstruppen und Paramilitärs wurden in den vergangenen fünf Jahrzehnten Hunderttausende Menschen getötet.

Santos dürfte bei den Präsidentschaftswahlen im Mai eine zweite Amtszeit anstreben. Uribe ist ein erklärter Gegner der Friedensgespräche. Er hatte Santos jüngst Verrat vorgeworfen, weil er die Farc-Kämpfer zu politischen Akteuren erhebe.